Es war mal wieder eine Bullenhitze. Aber vor dem Spiel
störte eher der extreme Wind, der manchem Fan sein Cappy vom Kopf fegte. Auch
die idoligen Verkleidungen der Ecuadorianer und Mexikaner mussten darunter
leiden. Meine Cola musste ich krampfhaft festhalten, damit mein Nachbar nicht
aus Versehen etwas abbekam. Pünktlich zum Spiel hörte der Sturm aber auf. Mexiko
gewann das Spiel.
Ursprünglich plante ich, an diesem Tag zwei Spiele live zu
sehen. Am Abend spielte nämlich Japan gegen Russland in Yokohama. Rein
fahrzeitmäßig hätte es geklappt, aber leider waren ja alle Japanspiele 20fach
ausverkauft (wie es vorher in der Presse hieß).
Andererseits war es auch gut
so, denn am Bahnhof von Sendai hörte die gute Organisation die Japaner aus.
Sonderbusse gab es immer sehr viele, aber Sonderzüge nur an ganz wenigen Orten.
Dummerweise hatte ich auch diesmal wieder nicht vorbestellt.
Und so
drängten sich zig-tausend Fans auf dem Bahnsteig, um den Shinkansen Richtung
Tokyo zu nehmen. Es gab um die Uhrzeit nur einen, der nonstop nach Omiya
durchfuhr (knapp 90 Minuten). Den wollte ich nehmen, um das Japan-Spiel im Hotel
sehen zu können. Brav stellten sich zunächst alle in den kilometerlangen
Schlangen an. Ich ahnte schon, dass ich kaum eine Chance haben würde. Als der
Zug kam, brach dann doch die internationale Panik aus. Es war nichts mehr mit
der japanischen Gelassenheit. Alles eilte auf die Türen zu. Es wurde gedrängelt,
geschoben, gepresst.... Die Beamten mahnten zwar immer zur Ruhe, hatten aber
zunächst keine Chance. Dann warfen sie sich doch dazwischen und pressten einige
Leute noch in die kleinste Lücke (wie man es von den U-Bahnen kennt). Ich hatte
es knapp verfehlt. Aber eigentlich war ich froh. Denn ich stellte mir dann vor,
wie die ganzen Menschen über eine Stunde bei dem schwülen Wetter fast ohne Luft
zusammengedrängt in der Bahn die Fahrt erleben mussten. Kaum 10 Minuten später
kam der nächste Zug. Da war dann etwas mehr Platz.