Pünktlich holten mich Vater und Sohn vom Hotel ab. Wir fuhren zu einem
großen Volksmuseumsdorf. Hier stehen Hütten und Gebäude, wie sie in Korea üblich
waren. Aber auch über andere Völker der Erde (Indianer, Afrikaner usw.) konnte
man sich informieren. Öfen, Küchegeräte, Schaukeln usw. konnte man selbst
ausprobieren. Ist schon ein sehenswerter Ort, den ich wohl ansonsten zeitlich
nicht geschafft hätte. Mittags wurde ich zu einer Nudelsuppe eingeladen. Das war
nicht nur von der Menge her gigantisch, sondern auch von der scharfen Würze.
Aber sie schmeckte super.
Am Nachmittag wurde ich am Stadion von Suwon abgesetzt. Dort sah ich den späteren Weltmeister Brasilien gegen Costa Rica. Die Mittelamerikaner spielten toll mit, aber die Brasilianer nutzte das offensive Spiel der Costa Ricaner voll aus. Trotzdem machte das Spiel Spaß. Und die beiden Fangruppen waren auch wieder klasse.
Schon vor dem Spiel feuerten sie sich gegenseitig an. Einfach super. Und wieder war der Sitzplatz ausgezeichnet.
Natürlich konnte ich mich nicht umziehen, nur mein Cappy nahm ich anschließend ab. Das machte zum Glück nichts, denn die Familie blieb auch beim Essen leger gekleidet. Sie wohnen in einem Hochhaus in der Nähe von Seoul. Dort lernte ich auch Grandma und ihren Hund kennen.
Das Essen (traditionell af dem Fußboden) war köstlich und sehr umfangreich: Huhn, Rind, Reis, Nudeln, scharfes Gemüse, getrocknete Spinatblätter (schmeckt auf Reis sehr lecker), Kartoffeln (extra für mich als Europäer zubereitet!) usw. Dazu gab es reichlich Alkohol und Wasser. Ich wollte eigentlich auch ausgiebig schmatzen und rülpsen (wie es in Korea gute Sitte ist), aber leider konnte ich mich nicht so schnell daran gewöhnen.
Hoffentlich haben sie trotzdem gemerkt, wie sehr es mir geschmeckt hat. Nach dem Essen durfte ich im Internet surfen und anschließend (da der Sohn für 2 Stunden in die Schule musste) mit der Familie Italien gegen Mexiko im TV sehen. Jetzt wurde es allerdings ohne Dolmetscher schwierig. Dennoch unterhielten wir uns sehr gut. Die Mutter zeigte mir Bilder ihres Urlaubs in Europa (in 7 Tagen London, Paris, Schweizer Alpen und Venedig) und erzählte von ihren Jobs. Das tat ich dann auch (indem ich die Website meiner Firma vorführte). Das war Völkerverständigung pur.
Zum Glück hatten sie heute wegen der Präsidentschaftswahlen
frei. Später fuhren sie mich noch zum Hotel zurück. Ich lud sie ein, auch mal
nach Deutschland zu kommen. Mehr konnte ich nicht tun. Ich war von so viel
Gastfreundschaft total überwältigt.