Aber ich konnte mich zu keinem recht entscheiden. Da ich ohnehin noch
etwas Zeit hatte, ging ich zum Hafen runter. Und da war dann tatsächlich ein
Eingang zum Weg zum Wasserfall. Jetzt verstand ich auch de Zaun am Hang: der Weg
war nämlich kostenpflichtig. Aber es handelte sich nur um eine Kleinigkeit, so
dass ich den wirklich netten Weg ging: hier ein kleiner Bach, dort eine Muschel
für Veranstaltungen, Bäume, Abhänge, Blumen und am Ende der Wasserfall. Gut, ich
habe schon größere gesehen, aber die Umgebung war 'die Reise' wert. Ich
verweilte noch etwas an dem Ort, bevor ich dann zum Hafen zurückging. Dort war
ein großer Fan-Platz aufgebaut. Abends spielten Bands auf einer großen Bühne.
Aber jetzt stand erst mal Japan gegen Tunesien auf dem Spielplan. In einem
großen Zelt standen rund 10 Riesen-Fernseher (die auch gleichzeitig als Werbung
für sich selbst gedacht waren). Auf dem Boden gesellten sich dann rund 100
Zuschauer, darunter auch eine Handvoll Japaner.
Japan erreichte das Achtelfinale. Belgien folgte, wie man durch Zwischeneinblendungen sehen konnte. Anschließend marschierte ich noch etwas über die Marktstraßen der kleinen Stadt. Mit dem Bus ging es dann wieder zurück nach Cheju City. Heute Abend spielte Südkorea. Man merkte die leichte Anspannung bei der Bevölkerung. Je näher der Anpfifftermin rückte desto leerer wurden die Straßen. Ich schwankte noch, wo ich das Spiel sehen sollte. Leider gab es keine Großbildleinwand wie in Seoul (wo mehrere Millionen Zuschauer am Stadion und an der City Hall standen). Auf dem Weg durch die Einkaufsstraßen fiel mir dann eine kultige Szenerie auf. Ein Mini-LKW-Fahrer hielt vor einem Elektrogeschäft, wo der Inhaber ein großes TV-Gerät Richtung Straße stellte und Lautsprecher draußen anbrachte. Er baute das Verdeck ab und bot allen Leuten, die gerade vorbeikamen, einen Platz auf dem Laster an. Ich gesellte mich auch dazu.
Einige kamen mit Klappsitzen hinzu, so dass
am Ende rund 70 Leute vor dem Geschäft standen oder saßen und die bereits sehr
bekannten Korea-Songs sangen.