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Durch den Westen der USA

Über der Antarktis

Über der Antarktis

3 Wochen Rundreise durch den schönsten Teil der Erde

Von San Francisco bis Los Angeles

Die Vorbereitungen
Schon als 10jähriger hatte ich einen großen Traum: eine Reise um die Welt in 80 Tagen. Ich nahm z.B. an einem Micky Maus Preisausschreiben teil. Ich war sicher die Reise nach Disneyland/Kalifornien zu gewinnen. Leider nicht. Über 20 Jahre später nahm ich die Erfüllung meiner Wünsche selber in die Hand. Einmal jeden Kontinent zu besuchen. In Deutschland kenne ich bereits sehr viele Winkel, auch die Nachbarländer wurden fast vollständig abgeklappert.
Nun sollten die nicht-europäischen Länder drankommen. Geplant sind in einem Zirka-Abstand von jeweils 3 Jahren: Nordamerika (USA), Afrika (Südafrika), Australien (Australien oder Neuseeland), Südamerika (Brasilien) und Asien (Japan oder China). Dieses Jahr ging der 1.Teil in Erfüllung. Fast jeder war schon da, nur ich noch nicht: Kalifornien.
Die Vorbereitungen begannen bereits im Frühsommer 1995.

Vorfreude

Da meine Freundin nicht so gerne alleine mit mir in fremden Welten verweilen wollte, kam uns gerade recht, daß ihr Onkel und seine Frau ebenfalls in die USA fliegen wollten. Damit war der Weg frei. Kurzerhand schlossen sich ihre Eltern sowie ein befreundetes Paar an.
Damit es keine Platzprobleme gibt, beschlossen wir, 2 große Campmobile zu mieten. Im Laufe des Jahres wurde die Route grob abgesteckt. 3 Leute von uns 8 waren bereits in den Staaten. Sie wollten nicht noch mal nach Los Angeles, während ich darauf bestand. Also wurde die Route teilweise zweigeteilt. Start- und Zielpunkt unserer Reise: San Francisco.
Im Dezember 95 wurde die Suche nach dem günstigsten Flug abgeschlossen und gebucht. Auch Wohnmobile und Hotels am ersten und letzten Tag wurden recht frühzeitig gesichert. Bereits im Januar stand alles und wir warteten ungeduldig auf den 15.August.

Langer Flug über den Atlantik

Der Flug
Meine Freundin und ich flogen von Hamburg, die übrigen von Hannover nach London. Um 7 Uhr ging es mit dem Auto los. Ich stellte den Wagen auf unserem nahegelegenen Firmenparkplatz ab. Von dort fuhr ich mit dem Bus zurück.
Die Wartezeit von knapp 2 Stunden verging mit Einchecken, Zeitschriftenkaufen und Reiseführerlesen recht schnell. Mit etwas Verspätung hob das Flugzeug der British Airways ab.
Da wir vegetarisches Essen bestellt hatten, bekamen wir das dann auch. Es war reichlich übel. Die dachten, man würde auch nichts mit Butter oder Milch essen. Also gab es fast nur Obst und Körner. Ansonsten verlief die ca. 75 Minuten ohne besonderen Vorkommnisse.
In London mussten wir mit einem Bus das Terminal wechseln. Die Koffer wurden automatisch umgeladen. Unsere 6 Mitreisenden begrüßten uns in der Abflugshalle. Da wir tierisch Hunger hatten kauften wir die guten alten Pommes bei McDonalds.

Flugunterhaltung

Über San Francisco

Über San Francisco

Fast alle hatten Bedenken wegen des nun anstehenden 11-Stunden-Fluges nach San Francisco. Kaum Bewegungsfreiheit. Mich interessierte nur, welche Filme es auf dem bordeigenen Kino zu sehen gibt. Nach einer guten Stunde Wartezeit saßen wir endlich in einem erneuten British Airways-Flugzeug, diesmal aber erheblich größer (3-4-3-Sitzgruppen). Ich saß erfreulicherweise am Fenster und hatte einen sehr guten Blick nach außen.
Es gab einen Wasserschaden im Gepäckraum, so dass wir noch eine weitere Stunde bis zum Abflug warten mussten. Auf dem Flug gab es ständig etwas zu essen oder zu trinken. Diesmal war das Essen etwas besser, aber mein Magen hatte dennoch schwer zu kämpfen. In der ganzen Zeit lief auf einer Leinwand ein spezielles BA-TV-Programm. Neben etlichen Comedies (z.B. Mr. Bean, Hinter dem Mond gleich links (oder war es rechts?), Cheers, Die Simpsons) und einer Nachrichtensendung gab es auch 2 relativ neue Spielfilme: "Sgt. Bilko" mit Steve Martin (ganz nett, aber Standard-Komödie) und "James und der Riesenpfirsich" (etwas überdreht, war nicht mein Geschmack). Jedenfalls verging dadurch die Reise "wie im Fluge".

Zwischendurch gelangen mir immer wieder herrliche Ausblicke auf wunderbare Wolkenbilder. Klaren Blick nach unten gab es dann pünktlich, als wir über Grönland flogen. Es war sehr beeindruckend. Eine Berg- und Küstenlandschaft voller Schnee. Auch Kanada und die USA waren so gut wie wolkenfrei. Wälder, Seen, Berge, so weit das Auge reichte. Ab und zu mal eine größere Stadt. Ich versuchte zu erraten, worüber wir gerade flogen. Das war aber zu schwierig zumal uns der Captain darüber nur sehr selten aufklärte.
In London flogen wir am frühen Nachmittag los, in San Francisco landeten wir bereits am späten Nachmittag. 9 Stunden Differenz zur MESZ machten es möglich. Von Müdigkeit war aber nicht viel zu spüren, so ergreifend war der erste Sichtkontakt zu den Brücken von San Francisco. Die Golden Gate bekamen wir allerdings nicht zu sehen, denn der Flughafen liegt im Süden der Stadt.
Während der Landung sah man zunächst nur Wasser, denn der Flughafen liegt direkt an der Bucht. Erst ganz kurz vor dem Aufsetzen sah man die Landebahn. Ein irres Gefühl.

US-Einreise

Jetzt hieß es Kofferholen und Einreisen. Das ging schneller als erwartet, aber dennoch musste ich 4 mal betonen, dass ich kein Obst und keine Wurst verbotenerweise nach Kalifornien einführen möchte. Da verstehen die Jungs keinen Spaß. Ich unterließ auch eine negative Bemerkung über die Politik der USA. Als ich kurz hinter dem Einreiseschalter auf meine Freundin warten wollte, wäre ich dann doch fast verhaftet worden. Das darf man nämlich nicht. Ich ging dann weiter, obwohl ich ihren Reisepass hatte. Tja, somit wäre sie nun fast verhaftet worden, wenn ich sie nicht lautstark gerufen hätte.
Die Jungs haben daraufhin fast den nationalen Notstand ausgerufen, wenn ich sie nicht freundlich angegrinst hätte. Nachdem ich diese Typen hinter mir hatte, mussten wir uns nur noch durch die tobende Menge von abholenden Leuten kämpfen (es schien, als würde Michael Jackson erwartet) und die richtige Haltestelle für den Hotel-Bus finden.
10 Minuten später kam der Bus. Der Fahrer fragte mich, ob ich denn Gold im Koffer hätte (weil er so schwer war). Man merkte schon jetzt, dass die Amis ein sehr kontaktfreudiges und humorvolles Volk sind. Weitere 15 Minuten später waren wir im Hotel.

Erste Eindrücke von San Francisco

Die erste Nacht in San Francisco
Wir übernachteten im Airport-Hotel Holiday Inn. Es liegt wunderschön direkt an der Bucht, umgeben von kleinen Grünanlagen mit Wander- und Joggingpfaden. Ständig sah man dort Amis rumlaufen. Sportlich, sportlich. Ebenso konnte man die Landungen und Starts von Flugzeugen (immer im Doppelpack) verfolgen.
Die Zimmer waren recht gut (kosten normalerweise auch knapp $220). Ausgestattet mit Klimaanlage und Fernseher, sowie natürlich Bad, Dusche und WC und 2 Riesenbetten. Nach der  zwar häufigen, aber insgesamt mageren Kost im Flugzeug drückten wir im Hotelrestaurant noch ein Abendessen runter. Ich aß Pasta, das einzige, worunter ich mir etwas vorstellen konnte. Schmeckte auch ganz gut.
Zum ersten Mal kamen wir mit der Unsitte des Trinkgeldes und der Tax (Mehrwertsteuer), die nicht im Preis inbegriffen waren, in Verbindung. Es dauerte eine halbe Stunde bis wir alles ausgerechnet hatten. Ferner wurde ständig Kaffee und Cola nachgeschenkt. Und es gab kostenlos Wasser dazu.
Nach 26 Stunden ohne Schlaf, was wir alle recht gut überstanden, begann die erste Nacht in den Staaten. Statt (wie befürchtet) um 3 Uhr nachts hellwach zu sein, schliefen die meisten bis 8 Uhr durch (ich auch). Nur Franky war früher wach. Er war auch in den nächsten 3 Wochen immer der Frühaufsteher schlechthin. Wie üblich warteten wir im Restaurant auf den Kellner, der uns einen Platz zum Frühstück zuwies. Das selbige war recht einfach. 1 Crossaint mit Marmelade und dazu Kaffee.
Nach dem Frühstück mussten wir eine Wartezeit überbrücken, bis wir unsere Wohnmobile abholen konnten. Wir gingen an der Bucht entlang. Es war angenehm warm mit einigen Brisen dazwischen. Ein alter Ami mit Hund sprach Franky an, wo wir denn herkämen Er war letztes Jahr in Rostock und fand es gang toll. Auch anschließend wurden wir ständig von Einheimischen angesprochen und fast jeder war schon mal in Deutschland. Vor allem Frankfurt scheint ein absolutes touristisches Muss zu sein.

Das Wohnmobil

Campingvermieter

Campingvermieter

Warten auf das Wohnmobil
Gegen Mittag standen wir mit dem gesamten Gepäck vor dem Hotel. Die Vermietstation wollte einen Wagen für den Transfer nach Dublin (nein, nicht das in Irland, sondern das südlich von Oakland auf der östlichen Buchtseite). Durch einen unfallbedingten Riesenstau auf dem Highway kam die deutschsprachige Fahrerin reichlich verspätet an.
Wir fuhren über die längste Brücke San Franciscos und konnten schon einige beeindruckende Massen-Autobahnen mit teilweise 14 Spuren sehen. Im Gegensatz zum Landesinneren fahren die Amis hier wie Sau.
Die Fahrerin erzählte uns bereits auf der Fahrt, das heute der arbeitsreichste Tag der Vermietstation sei. Wir stellten uns also auf rund 2 Stunden Wartezeit ein. Es wurden dann schließlich sogar 5 Stunden bis wir mit dem Wohnmobil losfahren konnten. Und dabei wurden sogar mehrere Leute gleichzeitig abgefertigt (passiert sonst einzeln). Fast alle Mitarbeiter von "El Monte" (so heiß die Vermietstation) kamen aus den Alpenländern. Sogar der Vorführfilm zur Benutzung des Wohnmobils war deutschsprachig. Fein das.

Die Küstenstrasse

Hörnchen

Hörnchen

Wir nahmen alles, was es gab. Von sämtlichen Versicherungen über Zusatzgeschirr bis zum Toaster. Man will ja nicht frieren... Mir kam die ganze Sache mit den verschiedenen Abwasserschläuchen, mit dem Gas und dem Stromgenerator recht kompliziert vor. Aber in der Praxis hat man das schnell raus.
Ich nutzte die Wartezeit, um mir Wohnmobile zum Kaufen anzuschauen (für 20000 DM ist man schon dabei - gebraucht, aber gut in Schuss) und diverse Prospekte und Gutscheine zu sammeln.
Am späten Nachmittag war es dann endlich soweit. Kurz nachdem wir über 2 riesige busartige Wohnmobile gelästert haben, weil man mit denen doch bestimmt nur sehr schwer fahren könne, wurden uns unsere Fahrzeuge zugeteilt. Es waren genau die beiden 'Busse'. Eigentlich wollten wir 2 kleinere Wagen mit so einem Überdach über Fahrersitz haben, aber wegen dem Andrang gab es keine mehr, so dass wir die nächstbessere Gattung erhielten.

Zuerst waren wir etwas misstrauisch, aber es stellte sich im Nachhinein als sehr guter Tausch da, da man in dem Mobil sehr viel Platz hatte und äußerst schwelgabel gucken konnte.
Im hinteren Teil war ein recht großes Schlafzimmer, das Mittelteil bestand aus einem Sofa, das zu einem Bett ausgefahren werden konnte, einem Esstisch mit 2 Sitzbänken, einem Sessel, der Küche mit Kühlschrank, Eisfach, Ofen, Herd, Mikrowelle und sehr vielen Schränken und Fächern. Außerdem gab es vorne sehr viel Platz für Fahrer und Beifahrer.
Im Mittelteil verbrachten wir die Nacht. Das hatte den Vorteil, das man abends noch fernsehen konnte. Der hing über dem Fahrersitz. Auch ein Vorteil gegenüber dem kleineren Wohnmobil, denn da war keiner drin.
Es gab noch eine kurze Einführung von einem Schweizer, der den Wagen auch noch voll tankte. Das war es dann auch endlich. Werner setzte sich zum Steuer, ich an meine Videokamera und los ging’s. Der Giga-Supermarkt
Vor unserer Reise hatte ich einen Zeitplan gemacht, wann wir wo sein müssen, um wieder pünktlich nach 3 Wochen in San Francisco zu sein. Ich hatte damals damit gerechnet, dass wir bereits mittags losfahren würden. Durch diese Warterei verschenkten wir aber bereits einen halben Tag. Und gerade die ersten 4 Tage waren ohnehin schon knapp bemessen. Denn gleich hier trennten wir 8 uns. Die zweite Crew wollte über Yosemite und Death Valley fahren, während wir nach L.A. wollten. Am Montagabend sollte in Las Vegas Treffen sein. Deshalb hatten wir dort einen Campingplatz vorbestellt.
Vorher füllten wir aber noch unsere Wagen und unsere Mägen mit Vorräten. Der erste Supermarkt (gleich in der Nähe der Vermietstation) wurde angefahren.
Hier wurden wir überwältigt von der sagenhaften Größe. Angefangen von den Einkaufswagen (doppelt so breit und lang wie bei ALDI) über das Obst (Kartoffeln so groß wie Footballbälle - oder waren das Kürbisse - wer weiß das hier schon?) bis hin zu den Cornflakes-Packungen. Ich nahm mir von letzterer gleich mal ein Doppelpack, woraufhin der Wagen bereits voll war (und der war schon groß - wie bereits erwähnt). Werner war hin und weg vom gut sortierten Fleischangebot, während ich wenig begeistert war über die Tatsache, dass die Amis anscheinend keine Nuss-Nougat-Creme kennen (jedenfalls nicht in diesem Laden - wie sich später herausstellte).
Um es schon mal zu erwähnen: sehr gut schmeckten diverse Fruchtsäfte (z.B. Orangensaft pur oder der sagenhafte Erdbeer-Bananen-Saft). Das Mineralwasser ist komischerweise fast nur ohne Kohlensäure und das Bier besser als sein Ruf. Die Cola schmeckt besser als hier (ist gar nicht so süß wie immer behauptet wird).
Gewöhnungsbedürftig ist der Joghurt. Allerdings gibt es eine besondere Köstlichkeiten, wie den sagenhaften Banana-Strawberry-Cheesecake-Joghurt. Echt lecker.

Die ersten Meilen

Endlich ging es los. Die nächsten Tage fuhren wir 4 alleine, erstmals überhaupt in den USA. Das Fahren war für Werner kein Problem, ich nahm auf dem Beifahrersitz Platz.
Es war bereits kurz vor 19 Uhr Ortszeit. Zu dem Zeitpunkt wollten wir bereits mitten auf der Küstenstraße Richtung L.A. bei Big Sur sein. Wir mussten am nächsten Abend bereits in L.A. campieren. Würden wir es an einem Tag schaffen? Und würden wir an diesem Abend noch einen Campingplatz finden, wenn wir noch möglichst weit fahren würden?
Wir disponierten schnell um. Statt gleich auf die Küstenstraße 1 zu fahren, blieben wir erst mal auf dem weitaus schnelleren Highway 101. Im schummrigen Abendlicht sah man bereits herrliche Landschaften. Kleinere Hügel mit viel Grün und vertrockneten Stellen gemischt. Aber im Vergleich zu anderen Plätzen war dieser Abschnitt eher nicht so reizvoll. Es ging durch Silicon Valley, einem sehr ausgedehnten Industriegebiet ca. 100 Meilen Richtung Süden.
Von der Vermietstation bekamen wir einige Campingführer. Während der Fahrt suchte ich einen geeigneten aus. Um ca. 21 Uhr steuerten wir einen Platz in Morgan Hill an. Es wäre zwar auch kein großes Problem gewesen, 'wild' zu campen, aber wir bevorzugten doch lieber die Campingplätze und National Forests, um das Abwasser herauszulassen, neues Wasser zu tanken, Stromanschluss zu haben (um den Generator nicht zu sehr zu beanspruchen), ggf. Kabelanschluss für den Fernseher und größere sanitäre Anlagen nutzen zu können (die Dusche und das Bad waren auf Dauer doch etwas beengt im Wohnmobil - zumal nur für 1 Person zur gleichen Zeit nutzbar).
Am Eingang des Platzes stand ein Pförtnerhaus, das aber bereits leer stand. Ich suchte nach irgendwelchem Personal und entdeckte eine Art Gemeinschaftsraum, wo sich einige Camper trafen. Ich fragte einen Ami, wen man hier ansprechen müsste. Er erklärte mir, dass wir uns einen Platz suchen und morgen bezahlen können.
Es war sehr erfreulich, dass ich keine großen Probleme hatte, mich verständlich zu machen und den Ami zu verstehen.
Danach suchten wir einen Platz. Es war noch genau einer (von etwa 50 insgesamt) frei. Welch ein Glück. Jetzt schlossen wir erst mal Wasser und Strom an. Es klappte alles gut. Ich testete dann den Fernseher erstmals aus (während der Fahrt ließen wir ihn aus). Ohne Kabel bekamen wir aber nur 5 Programme rein. Wie in Deutschland, pfui. Wir waren damit beschäftigt, die Koffer auszupacken und die Schränke zu füllen. Endlich gab es auch wieder etwas zu essen. Meistens aßen wir im Wohnmobil, entweder Brot, Cornflakes und Joghurt oder Pizza, Nudeln, Pommes usw.

Der Pazifik

Carmel

Carmel

Am Samstag hieß es Gas geben. Um 8 Uhr standen wir am Eingang am Pförtnerhaus. Er war aber noch nicht da. Jetzt entdeckte ich die Umschläge, in denen man das Geld legen konnte. Wir taten die angeschriebenen 14 Dollar hinein und schmissen den Umschlag in den Spalt an der Tür. Die müssen ein großes Vertrauen in ihre Gäste haben. Wir hätten auch ohne zu bezahlen weiterfahren können. Diese Form der Bezahlung kam auch noch an mehreren Campingplätzen vor.
Im Laufe des Vormittags erreichten wir die Küstenstraße, die wir ab Monterey fahren wollten. Und somit kam uns auch der Pazifik vor die Augen. Ein herrlicher Anblick. Er sah fast wie der Atlantik aus (hi hi), nur etwas größer. Auch der erste Ort an der Küste (nämlich Monterey) war wunderschön. Wir fuhren von der Hauptstraße ab, in den Ort hinein. Lauter kleine Häuschen, indem vor allem die reichere Bevölkerung lebt.
Direkt am Meer machten wir eine kleine Pause. Die erhofften Seehunde sahen wir zwar nicht, dafür aber sehr viele großen Vogelarten, eine Küste mit großen Steinen und erstmals die Hörnchen, die sehr zutraulich waren. Wir fütterten sie mit salzigem Popcorn (die Amis kennen anscheinend kein Zucker - im übrigen gab es auch keine Erdnuss Flips!).

Wir hätten uns gerne noch einige Zeit länger in dieser Idylle aufgehalten. Aber leider drängte die Zeit. Wir fuhren noch etwas durch die recht waldige Vorortgegend Richtung Carmel. Dabei orientierte ich mich nach dem Reiseführer von Grundmann ('Durch den Westen der USA'), der hervorragende Tipps gibt. In Carmel soll es den schönsten Strand an der Pazifikküste geben.
Der Ort an sich ist absolut touristisch angehaucht. Er erinnerte mich etwas an Bad Harzburg. Auch die Menschenmasse, die sich durch den Ort schlängelte, war enorm. Die Straße zum Strand war sehr steil und eng. Die erste Bewährungsprobe für Auto und Fahrer. An jeder Straßenecke mussten wir anhalten. Wie sehr oft gibt es hier das 4-Stop-Verfahren. Alle Autos an der Kreuzung müssen stoppen. Und dann geht es der Reihenfolge nach weiter. Das ist gewöhnungsbedürftig, ist aber recht gut. Genauso wie die Ampeln, die auf der anderen Straßenseite stehen (sieht man viel besser) und die Straßenschilder, die über der Kreuzung hängen (einfach genial).

Big Sur

Küstenstraße

Küstenstraße

Leider gab es am Strand keinen Parkplatz, so dass wir nur kurz aus dem Wagen heraus schwelgen konnten und dann weiterfuhren.
Für weitere Abstecher fehlte mal wieder die Zeit. Also ging es jetzt stets auf der 1 Richtung Süden nach L.A.
Wir machten dabei lediglich zwei Pausen. Die erste zum Essen und zum Telefonieren im herrlichen Waldstück bei Big Sur. Hier hätte man herrlich campen, schwimmen und wandern können. Ich könnte mir auch eine ganze Woche hier vorstellen. Es war der beste Abschnitt der Küstenstraße, obwohl vom Pazifik nicht viel zu sehen war.
Aber natürlich war auch der eigentliche Küstenabschnitt absolut fantastisch. Hinter jedem Felsen, den man umfahren musste, konnte man einen eindrucksvollen Blick vom Meer, den Steilhängen, der Küste und der kurvenreichen Straße erhaschen. Es gab praktisch keine Straßenbegrenzung, so dass es für einige Mitfahrer(innen) schon recht beängstigend zuging.

Santa Barbara

Bei Santa Barbara

Bei Santa Barbara

Die Heimat von Eden und Cruz
Die Strecke auf der Küstenstraße 1 war aber nicht nur wunderschön, sondern nahm auch sehr viel Zeit in Anspruch. Normalerweise sollte man wenigstens 3 Tage hier verbringen, aber wir mussten ja leider einen Zeitplan einhalten, damit wir den nächsten Tag in den Universal Studios verbringen konnten.
Für mich war die Fahrt aber noch viel zu kurz. Ich hätte noch stundenlang auf diesem fantastischen Weg fahren können. Doch am späten Nachmittag mündete die Straße auf Meereshöhe etwas abseits vom Meer. Und dennoch stand ein erneutes Highlight bevor: Santa Barbara, eine sehr hübsche und saubere Stadt, z.T. an Berghängen gelegen, bekannt aus der gleichnamigen Serie, die in Deutschlands als "California Clan" bekannt ist. Eigentlich wollten wir einige Spielorte um die Geschichten mit Eden & Cruz aufsuchen, aber leider mussten wir eine genauere Stadtbesichtung kurzfristig streichen. Aber es war auch schon beim einfachen Durchfahren ein besonderes Kribbelerlebnis. Auf dem Highway standen beiderseits große Palmen. Man konnte die vielen weißen Häuser und z.T. auch den Strand sehen, an dem Cruz lebt. Santa Barbara war einer der absolutem Highlights der Reise.

Nach einiger Zeit verlief die Straße wieder direkt am Pazifik entlang. Das Baden in der Nähe von San Francisco soll nicht so empfehlenswert sein, da das Meer recht kalt ist. Aber so langsam kam man in wärmere Gefilde. An der Luft war es ohnehin auch schon in San Francisco recht angenehm (um die 25 Grad). Nun sah man Einheimische auch im Meer schwimmen und surfen. Die Parkplätze an den Stränden waren vor allem mit Wohnmobilen randvoll. Endlich sahen wir auch einige Seehunde und Seelöwen. Neidisch werden konnte man auf die Besitzer von Grundstücken und Häuser, die alle paar Meilen an der Küste zu sehen waren.
So langsam wurde es dunkler. Geplant war eine Übernachtung direkt in L.A. Eine Bekannte empfahl mir einen Platz direkt in Hollywood. Beim Durchlesen meiner Unterlagen stellte ich aber fest, dass es auch einen Campingplatz direkt am Meer (hinter dem Flughafen) gab. Deshalb fuhren dort hin und bekamen spät abends noch einen der letzten Plätze. Kurz vor dem Platz konnten wir am weitläufigen Strand Scheinwerfer erkennen. Ein Filmteam drehte dort vielleicht einige Folgen von "Bay Watch".
Gute Nacht, John-Boy.

Fortsetzung folgt....

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